Wie die Corona-Pandemie dich verändert (hat)

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben nicht nur die ganze Welt, sondern auch jeden einzelnen von uns persönlich verändert. Die Arbeitswelt hat sich vollständig gedreht und jeder wurde auf einmal mit vollständigen, auferlegten Anpassungen des eigenen Lebens konfrontiert. Ein Umgang damit fällt uns Menschen oftmals sehr schwer.

Auswirkungen der Corona-Krise und ihre Folgen

Noch im Januar 2020 konnte niemand ahnen, welche gravierenden Auswirkungen die Ausbreitung des Corona-Virus weltweit haben würde. In Deutschland wurden im März Ausgangsbeschränkungen und Maskenpflicht eingeführt, um eine unkontrollierte Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. In unseren europäischen Nachbarländen stiegen die Infektionszahlen stetig weiter, im Gegensatz zu uns doch in einem viel schlimmeren Ausmaß. Mittlerweile hat sich die Bevölkerung anscheinend größtenteils an die Vorgaben gewöhnt und die Wichtigkeit derer verstanden.

Was nur komplett hinten überfällt: Wie geht es uns eigentlich persönlich mit diesen nicht geplanten Veränderungen?

Warum sind Veränderungen eigentlich „so schlimm“?

Schon oft wurde bewiesen, dass der Mensch sich ungerne verändert. Immerhin bestehen wir alle nicht nur aus Haut und Knochen, sondern sind von einer Persönlichkeit geprägt, der wir viel zu verdanken haben und die uns leitet. Treffen wir bewusste Entscheidungen, sind diese in der Regel immer „aus dem Bauch getroffen“ – die sogenannten Entscheidungen der Vernunft, bei denen der Kopf die Richtung angibt, fühlen sich daher meist nicht richtig an.

Die fremdbestimmte Veränderung

Nun wurden wir durch die Corona-bedingten Auflagen auf einmal in eine Situation katapultiert, dass wir uns nicht bewusst für eine Veränderung entscheiden konnten. Diese kam mit Zwang und Pflicht – und der Bitte unserer Bundeskanzlerin, diese Veränderung sofort umzusetzen. Eine Entscheidung, die wir nicht selbst treffen können oder dürfen, schränkt uns automatisch ein. Und damit geht jeder anders um – der eine ist locker und fügt sich, ein anderer reagiert mit Sorge, Gedankenspiralen und vielleicht sogar psychosomatischen Beschwerden.

Die Angst vor der Zukunft

Dabei hatten viele Menschen in Deutschland auf einmal auch erhebliche Gründe, sich vor der Zukunft zu fürchten: Arbeitnehmer gingen in Kurzarbeit, Selbstständige mussten Geschäfte schließen und hatten erhebliche Umsatzeinbrüche, selbst große Industrieunternehmen erlebten nie dagewesene Auftragseinbußen. Finanziell lief das Leben jedoch einfach weiter. Kredite, Mieten oder Raten für das Eigenheim mussten selbstverständlich weiterbezahlt werden. Finanzieller Druck entstand, wenn sich das Einkommen auf einmal verringerte oder sogar ganz wegbrach. Zudem kam ein erheblicher Brocken der Unsicherheit, wie und wann es überhaupt wieder „normal“ weitergehen kann – eine zusätzliche Belastung.

Was macht diese Unsicherheit mit uns?

Nicht nur finanzielle Unsicherheiten machten sich breit – auch wirkten sich die Einschränkungen in einem großen Maß auf die eigene Entwicklung aus. Denn die gibt es nicht nur während unserer Kindheit, sondern ein ganzes Leben lang. Was wird nun aus den Plänen, die man sich gesteckt hat? Dabei mussten es ja nicht einmal die großen Ziele sein, auch kleine persönliche Erfolge brachen weg: Die geplante Deutschlandwanderung im Ruhestand, der Umbau des Gartenhauses oder der Gitarrenkurs an der Musikhochschule, jede Woche Mittwoch.

Home-Office und Home-Schooling, zusammen eine echte Herausforderung (Foto Unsplash)

Unsere sonst immer vorhandene Freiheit war nicht mehr die, die sie einmal war. Mit angezogener Handbremse versuchten wir, uns mit der unangenehmen Situation auseinander zu setzen, uns einzufühlen und das Leben wieder einigermaßen geregelt weiterzuleben. Für Eltern ein Desaster: Neben dem Home-Office mussten die Kinder noch zu Hause beschult und bespaßt werden. So kamen viele Dinge zusammen, die uns unsicher machten – und Unsicherheit macht uns Angst, weil wir uns gerne auf etwas verlassen möchten.

Die Bedeutung um unsere sozialen Kontakte wurde immer wichtiger

Weitaus gravierender waren die Kontaktbeschränkungen. Es fehlte nicht nur das gemeinsame Essen mit den Großeltern an Ostern, sondern auch Kinobesuche, gemeinsame Kneipenabende und Discobesuche, Konzerte und die Fußballspiele mit den Kumpels. Auf einmal machte sich die bittere Gewissheit breit, dass wir anscheinend viel zu viele Dinge als selbstverständlich ansahen. Und vielleicht auch nicht zu schätzen wussten?

Soziale Gefüge machen uns glücklich

Menschen brauchen einander. Die Familie, die Freunde, die Arbeitskollegen. Soziale Gefüge in jeglicher Form machen uns glücklich, wiegen uns in Sicherheit und zeigen uns, dass wir mit vielen Themen eben nicht allein dastehen. Bricht dieses Gefüge nahezu komplett weg, reagieren wir nachweislich mit Traurigkeit, seelischer Verletzlichkeit und noch mehr Unsicherheit. Ein wahrer Albtraum für die eigene Persönlichkeit.

Stark sein ist kein „Must-Have“

Je nachdem, wie stabil wir mit unserer Persönlichkeit zusammen in einem Körper leben, so reagieren wir auch auf unregelmäßige Ereignisse. Doch auch die starken, selbstbewussten Persönlichkeiten haben sicherlich nicht Corona leichtfüßig abgestempelt. Denn solch gravierende Einschnitte ins Leben verkraftet niemand einfach mal so nebenbei zwischen Essen kochen und Online-Meeting.

Daher müssen wir besonders in solch schwierigen Zeiten schauen, was uns persönlich guttut. Was uns hilft, wenn wir traurig sind. Wir müssen einen Weg finden, mit unseren Unsicherheiten umzugehen, auch wenn wir gerade nicht unsere engsten Freunde in die Arme nehmen können, da sie zur Risikogruppe gehören. Wir müssen auf uns selbst achten, bis eines Tages wieder alles „normal“ sein darf.

Hast du auch ein Resumée für dich gezogen? Was ist dir bislang nach über 7 Monaten am schwersten gefallen? Hinterlasse mir gerne unten einen Kommentar.

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Kategorie: Allgemein

Hallo, ich bin Anja und begleite Menschen als systemischer Business-Coach auf ihrem Weg zu ihrer eigenen beruflichen Veränderung. So finden Sie das im Innern, was Sie im Außen suchen. Den neuen Job, den sicheren Umgang im beruflichen Kontext, mehr Anerkennung und Freude im Beruf. Dies führt dazu, dass Sie wissen, wohin es für Sie geht und sich Ihr Potenzial entfaltet. Veränderung ist eine Chance, die ich Ihnen gern zeige, wenn Sie wollen. Lassen Sie uns starten.

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