6 Unternehmer, die die Chancen in der Krise nutzen

Unternehmen, die die Chance nutzen

Gemeinsam gegen Corona

Zur Corona-Krise hat jeder eine eigene Meinung. Aber alle spüren, es war noch nie so heftig, was wir gerade auszuhalten haben. Von tiefen Auswirkungen der Wirtschaft über Kurzarbeit bis Social Distancing wird jedem von uns viel abverlangt.

Beispielhafte Lösungswege in der Krise

Kreativität, Ausdauer und stets der Blick nach vorne

Not macht erfinderisch – Krisen befeuern Kreativität.
Und das ist erst der Anfang. Geschäfte nur gelockert geöffnet, Kitas zu, Spielplätze verwaist, Außengastronomien abgesperrt: Mit der Corona-Krise ist sehr vieles zum Erliegen gekommen. Und wo wir so mitten drin stecken, schauen trotzdem viele nach vorn.

So tut sich ganz viel im Land, in nahezu jeder Stadt, im Ort, im Dorf und auf dem Land. Etwas sehr Solidarisches, etwas sehr Nützliches, Hilfreiches und Beispielhaftes. Nachbarn, Kollegen, Elterninitiativen, Vereine, Feuerwehren, Alte und Junge, Soloselbstständige und kleine Unternehmen packen an und bewegen etwas ganz Großes.

Hier eine lose Sammlung an beispielhaften Lösungswegen

Ganz gleich wie ernst oder traurig die Lage gerade sein mag, es gibt Positives zu berichten. Menschen kommen ans Nachdenken, ans Überdenken und hierbei auf geniale Ideen, um der Krise doch noch am Ende auch etwas Gutes abzugewinnen.

Dieser Artikel soll eine lose Sammlung von Intiativen und Ideen vorstellen, die mich in den letzten Wochen besonders beeindruckt haben. Hiervon gibt es unzählige mehr kreuz und quer in der ganzen Republik, allesamt vereint eins, sie sind stark in der Krise und trotzen erfolgreich der widrigen Situation.

1.) Kochen für Helden – 99 Berliner Restaurants machen mit

Kochen für Helden

Der Berliner Sternekoch Max Strohe startete vor kurzem eine beispiellose Aktion: 99 Restaurants haben sich zu einer Initiative zusammengetan, die da heißt „Kochen für Helden“. So kochen sie alle gemeinsam kostenfrei für die wichtigsten Menschen, die wir gerade in unserem Sozialsystem am stärksten beanspruchen: Ärzte, Pfleger, Corona-Testzentren, Mitarbeiter in Apotheken, Supermärkten und Krankenhäusern und für zahlreiche andere Helden des Alltags auch. #kochenfürhelden ist eine lokale Bewegung engagierter Gastronomen, die es nun über Wochen auf Spendenbasis schafft, diese wertvolle Sache aufrecht zu halten.

Ableger in der ganzen Republik

Was jüngst in Berlin begann, hat schnell Junge bekommen: Mainz, Hamburg, Regensburg, Chemnitz, München folgen dieser wertvollen Idee und schaffen nun ein Netz von vielen vielen Restaurants, die seit dem Shutdown noch über volle Lager und Kühlhäuser verfügen.

Das aus dem Nichts geborene Netzwerk aus Ehrenamtlern sorgt unermüdlich im Hintergrund für die Beschaffung, Logistik, Auslieferung und das Abholen der gespendeten Lebensmittel und on top macht das gesamte Team dies komplett honorarfrei – wie gesagt, ehrenamtlich.

2.) Hirschfeld Touristik Event GmbH in Erfurt nutzt den Shutdown

Sascha Heide
Senior Projektleiter
und Gesellschafter

Sascha Heide, Senior Projektleiter & Gesellschafter von Hirschfeld Touristik Event GmbH, nutzt die Zeit der Corona-Krise und interviewt im seit Wochen leeren Tempodrom in Berlin die VIPs des Eventbusiness per Live-Stream und blickt mit seinen Interviewgästen hinter die Kulissen einer auf Pause stehenden hippen Location. Mit #micetensungeschminkt hat er ein Format geschaffen, was der Tatsache geschuldet ist, dass auch für Hirschfeld die Räder still stehen, das Business von „100 auf 0“ runtergefahren wurde und plötzlich sehr viel Zeit zur Verfügung stand. Jetzt nach 16 Interviews zeigt sich für die Branche: der Bedarf ist da.

Sascha, was ist die Idee von „MICEtens ungeschminkt“ und was bietest du genau an?

Wir reden in der aktuellen Corona-Virus-Krise viel über unsere Eventbranche. Die Interviews bei „MICEtens ungeschminkt“ zeigen ganz authentisch die aktuelle Lage bei allen unseren Branchen-Partnern, egal ob Agentur, Location, Caterer, Künstler, Hotel oder Airline.

Wie entwickelt sich das Geschäft bei deinen Talkgästen denn jetzt aktuell gerade zur Corona-Pandemie?

In unserer Branche steht das Geschäft fast überall still. Das ist eine Katastrophe für uns alle. Es gibt aber auch schon erste, frische Ideen für neue Formate.

Eine Chance in der Krise?

Für uns als Branche können und müssen wir jetzt neue Wege gehen. Vielleicht nehmen wir uns jetzt endlich mal dem Thema „Nachhaltigkeit“ ernsthaft an.

Mit welchen täglichen Herausforderungen habt Ihr bei Hirschfeld zusätzlich zu kämpfen?

Wir kümmern uns gleichermaßen um unsere Kunden und unsere Plattform-Anbieter von www.hirschfeld.de. Zur Zeit sind wir mehr Krisenmanager als Eventspezialisten.

Welchen Tipp kannst du genau jetzt Event-Agenturen, Dienstleistern, Freelancern, Soloselbstständigen geben?

Setzt den Rotstift an und spart, wo ihr nur könnt. Die Kosten bestimmen den Überlebenszeitraum. Darüber hinaus haben wir alle Zeit für neue Ideen und wir sollten diese Möglichkeit nutzen. 

Wo seht Ihr Euch in 1 Jahr nach diesem Krisenverlauf?

Ich hoffe, dass diese Krise schon in einem Jahr vorüber ist. Dann arbeiten wir bei Hirschfeld wahrscheinlich wieder 24/7 wie ein StartUp. Die Eventbranche braucht mindestens 5 Jahre, um die Folgen dieser Krise zu verarbeiten.

3.) Birgit Eschbach von den Rheintoechtern setzt auf stylische Mundmasken

Birgit Eschbach
Eventagentur Rheintoechter

So wie ich die Gründerin der Event-Agentur Rheintoechter seit langem kenne, ist auch dieses Detail der inhabergeführten Agentur mit handgenähten Mund- und Nasenmasken vorbildlich, effizient und extrem schnell am Start. Modisch ohnehin, da achtet Birgit schon sehr drauf. Aber was sie jetzt mit prallem Unternehmergeist an den Start bringt, ist einfach Klasse.

6 Näherinnen fast vor dem Aus

Die Expertise von Bigit Eschbach besteht in ihrem eigentlichen Business eher darin, Events u.a. mit sehr hochwertiger Ausstattung zu versorgen.

Als die Näherinnen, die sonst für sie exquisite Tischwäsche, Hussen und Lieblingsstücke für exklusive Events genäht haben, vor Wochen kurz vor dem Aus der Näherei standen, kam ihr die Idee, in kürzester Zeit diesen kleinen Betrieb für die derzeit so lebenswichtigen Masken zu nutzen. Und siehe da, es funktionierte.

Inzwischen nähen seit Wochen über 30 Näherinnen aus deutschen Zulieferbetrieben der Textilwirtschaft jede Woche rund 5.000 Mund- und Nasenmasken. Damit beliefert sie nonstop Arztpraxen, Pflegebetriebe und Unternehmen, die ihre Mitarbeiter ausstatten, um während und nach dem Lockdown geschützt arbeiten zu können. Heute kam ein Auftrag dazu: 10.000 Stück für ein Unternehmen.

„Die Lager der Nähereien waren voll mit großartigen Stoffen, die jetzt keiner mehr wollte. Wir haben verschiedene im Internet verfügbare Nähanleitungen umgesetzt und dann die Resultate einem Test unterzogen…“, so die quirlige Frau mit dem großartigen Gedanken in einer doch auch für sie angespannten Auftragslage in ihrer Event-Agentur. Chapeau!

Selbstbewusstsein und Dankbarkeit, ganz die Enkelin der Oma

„Wir starten damit jetzt in der Krise und werden aus den 20er Jahren nach der Krise ein goldenes Jahrzehnt machen!“ Das ist ihr unbesehen zuzutrauen. Das Energiebündel Birgit Eschbach packt an, setzt ihre Vision um und handelt. Keine Sekunde zögerte sie, ob des finanziellen Risikos, das sie damit eingegangen war. Auch welche Verantwortung sie plötzlich für die Näherinnen übernahm, ließ sie zu keinem Zeitpunkt an ihrer Idee zweifeln. Und was eigentlich noch passieren würde, wenn der Absatz stagnieren könnte, kam ihr nicht in den Sinn. Weitgefehlt, ihr Plan ging auf.

Die eigene Oma als Role-Model des Wirtschaftswunders

Auf die Frage, was sie sonst so angetrieben habe, sagt Birgit Eschbach mit allem Elan: „Mir hat die Erinnerung an meine Oma sehr geholfen, wie sie mit Energie, Disziplin und Selbstbewusstsein unsere Familie aus der Krise des 2. Weltkrieg geführt hat. Meine Oma war für mich das Role-Model des Wirtschaftswunders.“

Und ihre Großmutter hätte vermutlich gesagt: „Hört auf, zu jammern, seid kreativ.“ Wie Recht sie hätte. Birgit, eine Macherin aus Bad Honnef – unerschrocken, stark und vorbildlich. Und aufhalten wird sie so schnell keiner…

4.) Scobees, eine Online-Lernplattform: „Wir probieren das jetzt einfach aus“

Annie Doerfle & Lena Spak
von Scobees

Gesagt – getan, better done, than perfect! Zwei junge Frauen arbeiten fleissig seit über einem Jahr an einer gemeinsamen Idee, einer Lernplattform für Kinder und Lehrer, webbasiert, alles online, alles digital. Dann kam Corona. Und dann ging alles rasant schnell.

Denn: Die bundesweite Schließung der Schulen aufgrund des Virus, stellt Eltern und Lehrkräfte vor die Problematik, ihren Schülern weiterhin Unterrichtsstoffe vermitteln zu müssen und jeweilige Fortschritte im Auge zu behalten. Eine Herausforderung sondergleichen.

Ihre Online-Plattform kam wie gerufen: Scobees ermöglicht Schülern und Schülerinnen das selbstständige Lernen in der Schule durch individuell angepasstes Lernmaterial und Feedback-Funktionen. Eine große Hilfe für alle Beteiligten, zunkunftsgerichtet und zeitgemäß.

Hier im Interview erzählen die beiden von ihrem Erfolg, der sie quasi überrannte.

Wie lange gibt es Euch schon und was bietet Ihr genau an?

Das digitale Lerntagebuch Scobees gibt es seit kurzem, 16. März 2020 in der offenen Betaversion. Wir hatten allerdings schon im letztem Jahr den Prototypen mit 25 Lehrkräften und 500 Kindern in 7 Schulen im Einsatz. Aus allen Kenntnissen der 6monatigen Testphase ist jetzt die erste Vollversion im März online gegangen. 

Wir bieten mit Scobees die Möglichkeit, Kinder individuell im selbstbestimmten Lernen zu unterstützen und zu begleiten. Per Zugriff über Smartphone, Tablet oder den Computer stets auf alle personalisierten Lerninhalte. Zu jeder Aufgabe geben sie direkt im System Rückmeldung an die Lehrkräfte, die im digitalen Lerntagebuch fortlaufend sehen, wo jedes Kind im Lernen steht. Lehrkräfte können direkt Feedback geben und Kinder gezielt im Lernen beraten.

Wie hat sich das Geschäft jetzt aktuell zur Corona-Pandemie entwickelt?

Wir sind direkt in der ersten Woche der offenen Betaversionen mit einer kompletten Schule gestartet. Getreu dem Motto, „… wir probieren das jetzt einfach aus…“, hat diese Schule gesagt: „Wir glauben an Euch und das Produkt und stecken da jetzt als gesamte Schule unsere volle Energie rein.“

Das hat uns natürlich unglaublich gefreut und extrem motiviert. In den letzten 5 Wochen sind nicht nur weitere engagierte Scobees Schulen und Lehrkräfte hinzugekommen, sondern wir konnten einen kleinen „Expertenrat“ von Unterstützern für uns gewinnen, die uns durch Mentoring und ihrem Netzwerk unterstützen und Scobees mit voranbringen. 

Mit welchen täglichen Herausforderungen habt Ihr zu kämpfen?

Der Livegang mit einer offenen Betaversion heißt, dass wir in regelmäßigen Abständen das System aktualisieren. Jede Aktualisierung muss man im Livebetrieb sehr gut abwägen, gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass Scobees fehlerfrei läuft. Aber auch hier muss man sagen, dass alle beteiligten Lehrkräfte, Schüler und Schülerinnen und Eltern uns ganz toll unterstützen und die positiven Feedbacks und die Weiterentwicklungen der letzten 5 Wochen Scobees extrem voranbringen.

Was für eine Chance seht Ihr in der Krise?

Die Krise hat ganz deutlich gemacht, dass das deutsche Bildungssystem nicht zeitgemäß ist. Der Zugriff auf das Internet sollte ein Grundrecht sein, dafür muss die Politik und das Bildungswesen sicherstellen, dass jedem Schüler und Schülerin ein Endgerät zur Verfügung gestellt wird. 

Damit ist es zwingend erforderlich, dass es ein Umdenken in der Art des Lernens und andere, didaktischen Konzepte braucht: Denn Endgeräte und Unterricht wie bisher, geht nicht zusammen. Um zeitgemäßes Lernen anzubieten, bedarf es einem gesamtheitlichen Umdenken von Schule.

Welchen Tipp könnt Ihr genau jetzt anderen StartUps, Freelancern, Soloselbstständigen geben?

Sprecht über Eure Geschäftsidee mit allen beteiligten Akteuren, findet heraus, welcher Weg für Euch der Richtige ist, damit Eure Geschäftsidee funktioniert. Findet Unterstützer, seid offen für Impulse und testet aus, was funktioniert und was nicht.

Wo seht Ihr Euch in 1 Jahr nach der folgenreichen Krise?

Wir sehen Scobees mit vielen neuen Funktionen, die es Schulen ermöglichen, Kinder im Lernen individuell zu fördern und zu unterstützen. Wir sehen Lehrkräfte, die Kinder nicht nur durch das Auge „was weißt du“, sondern mit dem Ansatz „was kannst du“ personalisiert begleiten und wir sehen Lehrkräfte die Kinder durch Impulse, wie kreatives Arbeiten und anderen, überfachlichen Lernansätzen in der Schule stärken. Und mit unserem digitalen Lerntagebuch einen Beitrag dazu zu leisten, ist das Ziel, dass wir uns gesetzt haben.

5.) Nadja Kahn erfindet die PartyBoxen „to go“

Nadja Kahn, Geschäftsführerin KahnEvents

Nadja Kahn ist eine sehr kreative Frau und im Branchenumfeld mit ihrem Team in der Event-Agentur KahnEvents bekannt für witzige, außergewöhnliche und intelligente Konzepte. Jetzt in diesem Krisenjahr geht auch an ihrer Agentur die Talfahrt von „100 auf Null“ nicht vorbei. Hingefallen, aufgestanden, Krönchen gerichtet und heraus kam eine kluge Idee in Zeiten von Social Distancing, Homeoffice und Kontaktsperre.

Die Idee der PartyBox war geboren. Zum schnellen Versand in großen Chargen mit lokalen Köstlichkeiten gepackt, individuell oder themenbezogen zusammengestellt…, mit jedem Paket verschickt die Unternehmerin ein Stück pure Freude im Auftrag ihrer Firmenkunden. Es sind kleine und große Überraschungen für die Mitarbeiter passend zum nun folgenden gemeinsamen Online-After-Work-Event, zum virtuellen Get-Together. Zum vereinbarten Termin öffnen sie zusammen den Schatz, der für alle pünktlich per Post kam.

Eine wunderbare Idee, von der sie mir ein bisschen mehr erzählte.

Was ist die Idee von den Party Boxen und was bietet Ihr genau an?

Wir haben uns überlegt, dass ein wesentliches Element von Veranstaltungen der gemeinsame Genuss von Kulinarischem oder Getränken ist. Das fehlt bei Online-Treffen komplett – jeder sitzt vor dem Inhalt seines eigenen Kühlschranks. So schade! Und so kam uns die Box in den Sinn. Wir verschicken an Menschen, die sich treffen möchten, Drinks, Snacks und was immer sie an Unterlagen, Dingen benötigen in einer Box nach Hause.

Dann sorgen wir dafür, dass es eine Online-Plattform gibt, auf der sich alle treffen können. Die Box packen alle gemeinsam aus, wenn das Meeting startet. Der Inhalt ist häufig einfach auch eine Überraschung für die Empfänger. Die Gäste selbst dürfen sich dann einfach amüsieren und zusammen einen Moment der Freude teilen.

Wie entwickelt sich das Geschäft jetzt aktuell gerade zur Corona-Pandemie?

Unsere Aktion läuft seit 3 Wochen und wir haben bereits Aufträge für mehr als 300 Boxen erhalten. Das freut uns riesig. Außerdem sind wir gut im Bereich Online-Events aufgestellt, kennen die Unterschiede der verschiedenen Tools und haben somit auch das eine oder andere Live-Event auf eine Online-Plattform transferiert. Gerade aktuell für eine Veranstaltung mit 3000 Personen.

Was für eine Chance siehst du in der Krise?

Ich glaube, dass Events – wenn sie wieder stattfinden dürfen – nicht mehr als Selbstverständlichkeit wahrgenommen werden und neue kreative Konzepte gefragt sind. Darauf bereiten wir uns schon jetzt vor.

Mit welchen täglichen Herausforderungen habt Ihr zusätzlich zu kämpfen?

Stornierungen und Verhandlungen mit Leistungsträgern… das ist aktuell unser Tagesgeschäft…

Welchen Tipp kannst du genau jetzt anderen Agenturen, Newbees, StartUps, Freelancern, Soloselbstständigen geben?

Gebt nicht auf! Als Agentur haben wir gelernt, extrem flexibel zu agieren. Wie häufig passieren Dinge, die wir nicht vorhersehen konnten? Corona ist so eines… Es dauert nur ein „bisschen“ länger.

Wo seht Ihr Euch in 1 Jahr nach diesem Krisenverlauf?

Wir werden die Krise überstanden haben und tun das, was wir am besten können: Menschen Freude bereiten mit Events – online oder offline.

6.) Simplejob, ein junges StartUp aus Köln

Aliyekdar Soysüren Geschäftsführer

Die Idee ist so einfach und der Bedarf ist groß. Simplejob ist eine Plattform für einfache haushaltsnahe Tagesjobs und verbindet digital Helfer und Hilfesuchende für leichte Dienste im Haushalt. In diesen wilden Corona-Zeiten ein sehr sinnvolles Business, nicht nur für alte Menschen. Familien mit Kindern, Studenten, Singles alle gehören zu dem Kundenkreis von Aliyekdar Soysüren, dem Gründer der jungen Plattform.

Während des Studiums kam der junge Mann auf die Idee, einen positiven Beitrag für die Nachbarschaft zu leisten. Er nahm Kontakt auf zu der Initiative “Simplecare”, die anlässlich der Corona-Krise gerade startete und erkannte schnell, dass viele Menschen aus Risikogruppen auf Hilfe aus ihrem Umfeld angewiesen waren, sei es, um die Einkäufe zu erledigen, Medikamente abzuholen oder den Hund auszuführen. Aus diesem Anlass beschloss er, in der kommenden Zeit den Fokus auf diese Tätigkeiten zu legen und seinen Service zudem kostenlos anzubieten. Sein Motto: Einfach posten. Schnell finden. Flexibel arbeiten.

Im Gespräch mit ihm erzählt er mir von seinem Baby Simplejob. Sein Stolz über den überwältigen Erfolg in so kurzer Zeit kann er dabei nicht verhehlen.

Wie lange gibt es Euch schon und was bietet Ihr genau an?

Simplejob gibt es erst seit 3 Monaten – an der Idee arbeiten wir schon über 1,5 Jahre. Wir bieten eine Plattform für einfache haushaltsnahe Tagesjobs an. Hier matchen wir Helfer und Hilfesuchende. Privathaushalte können einfach individuelle Helfer für alltägliche Aufgaben wie z.B. Einkäufe erledigen, Babysitting, Nachhilfe etc. finden. Privatpersonen (z.B. Schüler, Studenten oder Rentner) können einfach Tagesjobs finden und nebenbei Geld verdienen. Ganz nach dem Motto: „Einfach posten. Schnell finden. Flexibel arbeiten“.

Wie hat sich das Geschäft jetzt aktuell zur Corona-Pandemie entwickelt?

Wir haben unsere Dienstleistung in den letzten Wochen an die Krise angepasst und dazu die Initiative „Simplecare“ ins Leben gerufen. Simplejob für Jobsuchende, Simplecare für die, die Hilfe benötigen. Ein perfekter Match.

Und der Erfolg spricht für sich: Es haben sich bereits über 700 Helfer bei uns gemeldet, die in verschiedenen Gebieten (Köln +80 km) einsatzbereit sind und ihre Unterstützung anbieten möchten. Tag für Tag.

Mit welchen täglichen Herausforderungen habt Ihr zu kämpfen?

Als Gründer stehen wir täglich vor neuen Herausforderungen, da wir alleine für alle Aufgaben zuständig sind. Die Herausforderung momentan liegt darin, die anstehenden Aufgaben nach der Dringlichkeit zu priorisieren. Kein leichter Alltag, aber wir schaffen das.

Was für eine Chance siehst du in der Krise?

Neben der Tatsache, auch in der Krise einen positiven Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, werden die Menschen in der aktuellen Situation vertrauter damit, sich gegenseitig zu helfen. Die Solidarität ist so groß.

Welchen Tipp kannst du genau jetzt anderen StartUps, Freelancern, Soloselbstständigen geben?

Die aktuelle Situation ist für alle Beteiligten nicht angenehm. Jedoch werden bessere Zeiten kommen und sich damit auch wieder neue Wege öffnen. Unser Tipp: Einfach dranbleiben und immer positiv denken!

Wo seht Ihr Euch in 1 Jahr?

In einem Jahr sehen wir als Tinder für Tagesjobs in Köln 😉

Es werden immer noch Helfer gesucht und für Menschen, die gerade einen Job suchen, bietet sich hier eine sehr wertvolle Gelegenheit, den Gedanken der Solidarität mitzutragen. Zusammenhalt hat viele Gesichter!

Mein Fazit

Sechs Beispiele, die mir in den letzten Wochen gut gefallen haben. So ein bißchen hat es die leichte Anmutung von den couragierten Menschen der Nachkriegszeit, und unweigerlich denke ich an das brachliegende Nachkriegs-Deutschland, auch wenn der Vergleich aus vielerlei Gründen hinkt. Aber als kreativen Denkanstoß finde ich ihn passend und konstruktiv.

Gemeint sind natürlich mehr die vielen Initiativen, das soziale Engagement und die uneigennützigen Unterstützungen, um Menschen in der Isolation (Social Distancing), dem Einzelhandel on- und offline zu helfen, Cafés und Restaurants bei ihren Fensterverkäufen treu zu bleiben, für ältere und die Kleinsten da zu sein.

Ich wünsche mir, dass einiges davon noch lange Zeit nach dem Corona-Virus Bestand haben und von großem Nutzen behalten soll. Denn nichts wird mehr so sein, wie vor Corona.

Wenn mir heute ein Song in den Kopf kommt und mir dieser mehr denn je passend erscheint, dann ist es der Monty-Python-Song Always look on the bright side of life. Ein wunderbarer Blick nach vorne, denn wir alle dürfen jetzt nicht vergessen, das Beste aus der Situation zu machen.

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Kategorie: Allgemein

Hallo, ich bin Anja und begleite Menschen als systemischer Business-Coach auf ihrem Weg zu ihrer eigenen beruflichen Veränderung. So finden Sie das im Innern, was Sie im Außen suchen. Den neuen Job, den sicheren Umgang im beruflichen Kontext, mehr Anerkennung und Freude im Beruf. Dies führt dazu, dass Sie wissen, wohin es für Sie geht und sich Ihr Potenzial entfaltet. Veränderung ist eine Chance, die ich Ihnen gern zeige, wenn Sie wollen. Lassen Sie uns starten.

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