Ich kann nicht mehr, ich schmeiß‘ den Job!

Geht es dir auch so? Das neue Jahr hat begonnen, die Weihnachtsstimmung ist vorbei und der Trott des Alltags beginnt von neuem? Bye-bye Besinnlichkeit – back to work. Zu einem Job, den du am liebsten los wärst.

Nicht wenige Menschen sind aus unterschiedlichsten Gründen unzufrieden im Job. Sie machen ihn halt. Weil er Geld einbringt. Weil man sonst keine Perspektive sieht. Weil man mehr Angst hat vor der Veränderung als vor dem Stein, der sich morgens auf dem Weg zur Arbeit im Magen breit macht. Auszeiten helfen nicht – so oft sie es auch versuchen.

Helfen einem vielleicht die guten Vorsätze?

Zum Teil. Manches lässt sich mit einem guten Vorsatz lösen, vieles aber gar nicht. Dein neues Jahr hat begonnen – mit deinen guten Vorsätzen und zumindest dem Gefühl, dass sich etwas verändern wird? Das wird es ganz sicher, denkst du, aber nicht immer zum Guten. Und schon gar nicht von alleine. So nach dem Motto, wird schon, geht vorbei. Denn: Wer nur darauf wartet, dass sich etwas tut, wird oft bitter enttäuscht.

Meine Empfehlung an dich:
Mach Schluss damit! Werde selbst aktiv! Und zwar jetzt sofort! Nicht umsonst ist der Jahreswechsel statistisch gesehen ein beliebter Zeitpunkt für eine berufliche Neuorientierung.

Wenn Arbeit krank macht

Viele Menschen treibt die Unzufriedenheit mit ihrer Tätigkeit in einen Zustand, bei der der Frust das kleinste aller Symptome ist. Sie fühlen sich emotional und körperlich erschöpft und kennen keine Erfolgserlebnisse mehr. Durch ständigen Stress, Druck und Überforderung distanzieren sie sich innerlich von ihrer Arbeit und den Menschen darin. Das Gefühl der Ausgebranntheit ist zwar nicht als Krankheit definiert, beeinträchtigt aber trotzdem zunehmend mehr Menschen schwer: Diagnose Burnout.

Wenn die Erschöpfungsdepression droht

Die Daten der Allgemeinen Ortskrankenkassen zeigen eine eindeutige Tendenz: Innerhalb der letzten Jahre hat sich der Burnout-bedingte Bedarf an Auszeiten vervielfacht. Bedroht von einer solchen Erschöpfungsdepression fühlt sich Umfragen zufolge jeder zweite Beschäftigte. Der größte Fehler in dieser Zeit ist, nichts dagegen zu unternehmen. Passivität verschlimmert die Situation. Das begegnet mir im Beratungsalltag ganz häufig. Jedes zweite Erstgespräch, das ich führe, beginnt mit den verzweifelten Worten: „Wenn ich doch nur raus wüsste aus dieser Misere …“

Meine Antwort dazu ist kurz und knapp: Der beste Weg ist die Prävention. Es gar nicht erst so weit kommen lassen. Selbst aktiv werden und den Stress reduzieren. Und wenn dich auch das nicht zufrieden macht, auf den beruflichen Neuanfang hinarbeiten. Auch wenn es gleich zu Anfang nicht leicht scheint. Systematisch mit guter Anleitung von außen geht es sogar sehr gut.

Jobverdrossenheit hat gute Gründe

Im Bewerbungsgespräch erzählte dir der Chef stolz, wie familienfreundlich er seine Arbeitszeitmodelle gestalten möchte. Doch nach einem Jahr in der Firma musst du feststellen, dass aus diesen und jenen Gründen das Gleitzeitmodell noch immer nicht umgesetzt wurde? Bei der nächsten Runde der Gehaltserhöhungen wirst du bestimmt dabei sein, motivierte dich dein Vorgesetzter. Dass diese 5 Jahre auf sich warten lassen würden, erwähnte er nicht?

Warum Menschen mit ihrer Arbeit nicht mehr zufrieden sind, hat viele Facetten. Oft höre ich auch, dass das ständige hin und her zwischen Fusionierung, neuer Corporate Identity und andauernden Umstrukturierungen bei den Mitarbeitern heftig an den Nerven zerrt.

Warum kleben wir bloß so lange an diesem einen Job?

Für deinen Job hast du dich irgendwann einmal entschieden. Warst überzeugt davon, dass es genau der richtige sei. Selten geschieht das per Zufall, es war ja schließlich dein frei gewählter Wille.

Doch musst du an diese Entscheidung dein Leben lang gebunden bleiben? Warum? Was in der Vergangenheit oft galt, ist heute bei weitem nicht mehr die Regel. Es ist keine Seltenheit mehr, in seinem Beruf Seitenwege zu beschreiten oder komplett die Richtung zu ändern. Jede Persönlichkeit entwickelt sich im Laufe der Zeit weiter. Da kann der zuvor geliebte Schreibtischjob zu einer Tortur werden für Menschen, die die Interaktion mit anderen lieben gelernt haben.

Ursachenforschung für die Unzufriedenheit im Job

Unzufrieden im Job, aber keine Alternative vor Augen? Das glaube ich nicht! Ich weiß, dass das eine beliebte Erklärung ist, wenn ich nachhake. Aber ich weiß auch, es ist in Wirklichkeit eine Ausrede für dich selbst. Denn eins ist klar: Für alles finden sich Alternativen. Man muss nur tief genug graben.

Ein erster Schritt ist, herauszufinden, woran es liegt

Weshalb würdest du gern den Job wechseln? Es könnte am Umfeld liegen. Oder an den Aufgaben. Oder an den Kollegen. Oder an einer anhaltenden Unterforderung. Oder an der nicht zu vereinbarenden Arbeitszeit eines Jobs, der dir im Grunde Spaß macht. Oder an den vielen Versprechungen im Unternehmen, die nicht gehalten werden. Oder an dem Chef, der sich als schlechte Führungskraft herausstellt. Und das alles soll bis zur Rente so weitergehen?

Was genau macht dich unzufrieden?

Wenn der Job unzufrieden macht

Ursachenforschung ist der wichtigste Schritt, wenn du dich beruflich neu orientieren willst. Damit du in die richtige Richtung aktiv werden kannst und sich tatsächlich etwas zum Positiven verändert.

Du weißt nicht, wo du beginnen sollst? Dann können wir Profis dir helfen. Sehr effektiv lässt sich deine berufliche Neuorientierung über ein Coaching begleiten. Hast du darüber schon einmal nachgedacht?

Gibt es den richtigen Zeitpunkt für berufliche Veränderung?

Nein, den gibt es eher nicht. Es gibt aber auch nicht den falschen. Zumindest nicht pauschal betrachtet. Es ist vielmehr eine Frage deiner eigenen Perspektive. Für manche Menschen ist ein Jobwechsel mit 50 das Beste, was sie tun können. Das Alter sollte für dich keine Hürde sein. Und ist es heute in unserer sehr diversifizierten und digitalisierten Welt auch ohnehin nicht mehr. Früher, in den 80er und 90er Jahren der Old Economy waren Menschen ab 50 raus, das ist Gott sei Dank im Rahmen der Digitalisierung mehr als „old school“ und das haben Unternehmen längst gelernt und begriffen. „Old Daddys“, die noch hoch konservativ und stark hierarisch denkend an ihren Chefsesseln kleben werden über die Zeit ohnehin von alleine aussortiert. Irgendetwas Gutes müssen die ersten beiden Jahrzehnte des neuen Jahrtausends ja auch haben.

Gut geplant ist halb gewonnen

Sinnvoll ist allerdings eine gründliche Vorbereitung. Eine spontane Kündigung ohne zu wissen, wie weiterhin der Lebensunterhalt bestritten werden kann, ist ein sehr hohes Risiko. Wirst du dir über deine Ziele bewusst, kannst du systematisch planen, wie du sie erreichst. Es steckt ja meist nicht nur eine Laune hinter deiner Unzufriedenheit. Geh‘ deshalb lieber ein Stück Weg, bevor du abbiegst. Allein der Gang kann mit der Aussicht auf eine bevorstehende Weggabelung schon Motivation sein. Betrachte es als einen Weg zu deinem Ziel.

MEIN TIPP
Übe diese kleinen Schritte. Nimm‘ dir täglich vor, das zu notieren, was der neue Job leisten muss. Nicht nur, dass du mehr verdienen willst, also monetär glücklicher wirst. Das reicht nicht. Bei weitem nicht. Glaube mir, Geld ist nicht alles.

Wie oft habe ich Manager:innen gesprochen mit sehr sehr hohen Gehältern und Tantiemen, denen es in Wirklichkeit seelisch richtig dreckig dabei ging. Geld ist eben nur bis zu einem gewissen Grad ein echter Motivator. Vieles von diesem finanziellen Wohlstand mündet nämlich eher in dicke Autos, Statussymbole, Ultra-Fernreisen und in die „noch höher, weiter, schneller Strategie“. Willst du das? Wirklich?

Arbeitgeber müssen heute viel mehr bieten, als je zuvor

In den modernen Arbeitswelten braucht es neben einer finanziellen Sicherheit z.B. Strukturen mit agilem Ansatz, familienfreundliche und flexible Arbeitszeitmodelle, eine nachhaltige Firmenpolitik, klar vertretbare Unternehmenswerte, eine saubere Kommunikationskultur, eine Ressourcen schonende Denke und Wertschätzung für jeden einzelnen im Job.

Notiere dir, was dir mindestens genauso wichtig ist, wie das Jahresgehalt mit allen feinen Add-Ons, von denen du träumst. Mir hat seinerzeit ein Achtsamkeitskalender geholfen. (Unbezahlte Werbung)
Ich habe ihn auf Anraten meines damaligen Coaches ein ganzes Jahr lang geführt und restlos alles notiert, was MIR wichtig war. Dabei wurde mir im Laufe der Monate deutlich klar, wie wichtig mir all die anderen Themen auch sind.

Mit gebündelter Kraft startet es sich leichter

In der Vorbereitungsphase ist auch Zeit, Kräfte zu sammeln für den erfolgreichen beruflichen Neustart. Die unterschätzte Kraft deiner eigenen Kräfte kann dich weiter bringen, als du denkst. Darüber habe ich vor kurzem schon geschrieben. Arbeite an deinem Mindset, deiner Weltanschauung. Überwinde Ängste Schritt für Schritt. In jedem Job finden sich immer noch positive Aspekte, auf die du dich in der Übergangszeit fokussieren kannst. Sie tragen dich ein Stück weit nach vorne. You can do it – dessen bin ich mir sicher.

Die nächsten Schritte – hilf‘ dir selbst

Einen klaren Kopf behalten kannst du nur, bevor sich ein Burnout mit all seinen hässlichen Facetten bemerkbar macht. Danach wird es medizinisch, therapeutisch und dein Handeln ist erheblich gebremst in der Zeit, die du brauchst, umzu gesunden und wieder stabil im Berufsleben anzukommen.

MEIN TIPP
Solltest du das Gefühl haben, einem Burnout nahe zu kommen, dann hilft dir dieser erste Test des Rehazentrums Bad Bocklet. Er ersetzt ganz sicher nicht den Weg zu einem Arzt oder Therapeuten, aber er kann dir für den ersten Eindruck helfen, um eine erste Einschätzung zu bekommen.

Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu intervenieren. Von selbst ändern wird sich nichts. Gar nichts! Deine Zukunft musst du selbst gestalten. Du allein bist Herr deiner Lage.

Dazu mögen auch unpopuläre Entscheidungen zählen:

  • Das von außen betrachtet erfolgreiche Café aufgeben zum Beispiel, weil die 80-90 Stunden Woche dein Leben auffrisst.
  • Oder den gut bezahlten Managerjob an den Nagel zu hängen, um in Zukunft Bücher zu schreiben oder um die Welt zu segeln.
  • Oder die Option, einen gut dotierten Führungsjob mit 250.000 € Jahresgehalt mit der Aussicht auf einen besonderem Aufstieg im Anschluss abzulehnen, damit du deine Kinder aufwachsen siehst.

Das alles braucht Mut. Mut zur Veränderung.

Angst vor Risiken?

Jeder Jobwechsel kann Risiken bergen, die sich allerdings mit klarem Verstand abwägen lassen. Schaffst du dir nötige Sicherheiten, minimieren sie sich. Wenn dir der Blick auf das große Ganze noch fehlt, kannst du auf Unterstützung setzen. Zum Beispiel auf meine – als Coach. Auch ich bin den Weg gegangen und habe mich beruflich weiterentwickelt und verändert.

Vor 7 Jahren habe ich noch einmal die Universität Köln besucht und ein Studium absolviert, weil ich es un-be-dingt wollte. Ein Studium der Wirtschaftspsychologie, was mich immer schon interessiert hat. Nur wann sollte sonst der richtige Zeitpunkt dafür sein, um es noch zu tun und auch erfolgreich abzuschließen?

Meine Motivation war so groß, daß ich mir niemals vorwerfen wollte, bereuend auf dem Weg zum eigenen Sterbebett festzustellen … ach hätte ich doch nur…

Diese Entscheidung hat mich einen großen Schritt nach vorne gebracht. Mit meiner Coachingpraxis bin ich nun seit 2015 tätig, glücklich und zufrieden im Job. Die andere Hälfte meines Berufslebens, die Eventagentur Deilmann Network, wo wir vor allem Teamevents live umsetzen, ruht derzeit aus guten Gründen. Doch irgendwann wird auch da das Licht wieder angehen und ich kann fortan wunderbar beide Professionen und beide Welten kombinieren.

Diese Erfahrung gebe ich gern an dich weiter. Denn eines ist sicher: Das Ergebnis fühlt sich einfach gut an.

Du bist den Weg schon gegangen? Herrlich! Teile gern deine Erfahrung mit mir: Wie hast du einen erfolgreichen Jobwechsel gemeistert? Was hat dich dazu bewogen und welche Schritte waren zu bewältigen? Die beste Wegmotivation sind die Berichte derer, die den Berggipfel schon erreicht haben. Und von den Menschen erzählt, die rückblickend sagen können: ja, es war genau richtig. Alles.

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Kategorie: Allgemein

Hallo, ich bin Anja und begleite Menschen als systemischer Business-Coach auf ihrem Weg zu ihrer eigenen beruflichen Veränderung. So finden sie das im Innern, was sie im Außen suchen. Den neuen Job, den sicheren Umgang im beruflichen Kontext, mehr Anerkennung und Freude im Beruf. Dies führt dazu, dass sie wissen, wohin es für sie geht und sich ihr Potenzial entfaltet. Veränderung ist eine Chance, die ich ihnen gern zeige, wenn sie wollen. Lass uns starten.

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