Das eigene Leben verändern – aber wie?

Wie kann ich mein Leben wirklich verändern

In meinen Coachings geht es nahezu immer um Veränderung. Um den persönlichen und beruflichen Status Quo, der dich gerade nicht glücklich macht, um den nächsten Schritt, der noch in dir schlummert oder um den fairen, vertraulichen Austausch, der dir im Außen so sehr fehlt: Du suchst nach Möglichkeiten, Gelegenheiten und Startschüssen, um dein eigenes Leben zu verändern. Die Kräfte dazu hast du, auch wenn du sie vielleicht unterschätzt. Doch die große Frage WIE bleibt immer und immer wieder offen und unbeantwortet.

Keine Sorge: Das Handwerkszeug erarbeiten wir gemeinsam

Fangen wir ganz am Anfang an: Wo du her kommst, ist für deine Veränderung unheimlich wichtig. Deshalb schauen wir uns deine Ressourcen ganz genau an. Aber wo du hin willst, ist entscheidend. Und das ist oft schwierig in Worte zu fassen. Jede:r von uns hat “nur” eine diffuse Vorstellung davon. Aber wie lautet die Strategie dahinter? Eine spannende Frage.

Hast du schon ein konkretes Ziel? Vielleicht sogar mehrere? Dann lass’ uns schleunigst einen Blick darauf werfen. Viele unserer Ziele erreichen wir am Ende nämlich nicht, weil sie zu hoch gesteckt sind. Das frustriert ungemein und hängt die Latte noch höher, später erneut wieder einen Anfang zu wagen. Die Frustrationsgrenze steigt immer höher an.

Oder – das kommt öfter vor, als du denken magst – deine Ziele sind nicht praktikabel, nicht umsetzungfähig. Oder sie sind gar keine wirklichen Ziele. Einfach nicht SMART?

Das Leben verändern mit smarten Zielen

Im Coaching wollen wir Ziele erarbeiten, die realistisch sind und eine wirkliche Chance haben, erreichbar zu sein. Kluge Ziele. SMART eben.

Was sind smarte Ziele? Es sind Vorhaben, die wir anhand von fünf Kriterien formulieren können: Sie sind spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert.

What? Geht’s auch ein bisschen deutlicher?
Na klar! Das geht. Mit dem Akronym aus diesen Kriterien: der SMART-Formel.

Was ist die SMART Formel?

Auf einen Blick möchte ich dir zeigen, dass die SMART Formel kein komplizierter mathematischer Term ist. So simpel setzt sich der wichtige Fahrplan für smarte Ziele zusammen, die dein Leben verändern können – sofort.

Die SMART Formel hilft dir übersichtlich, Schritt für Schritt vorzugehen

Wie ist die SMART Formel aufgebaut?

Ursprünglich mit englischen Begriffen gebildet, lässt sich die smarte Zielsetzung hervorragend ins Deutsche übertragen. Das Schöne bei der SMART Formel: Definition und Anwendung setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen, die für sich betrachtet einfach zu verstehen sind. So musst du dir deine Ziele stecken, wenn du dein eigenes Leben verändern willst:

S – SPEZIFISCH: Formuliere dein Ziel in einem prägnanten Satz, der keinen Spielraum für Interpretationen lässt und konkret auf dein Vorhaben eingeht. Es sollte unmissverständlich klar sein, was du erreichen möchtest – ohne ausschweifende Erklärungen.

M – MESSBAR: Bei diesem Kriterium, das rückblickend als Indikator dient, ob du dein Ziel erreicht hast, kommen Zahlen ins Spiel. Konkrete Mengen, Zeiten, Entwicklungsstufen – alles, was sich in messbaren Werten ausdrücken lässt, ist deinem Ziel dienlich.

A – ATTRAKTIV/AKZEPTIERT: Was wirkt motivierend? Positive Formulierungen! Dein Ziel sollte deshalb ansprechend und anregend formuliert sein. Darüber hinaus sind Vorhaben für alle Beteiligten umso attraktiver, je erstrebenswerter sie inhaltlich sind.

R – REALISTISCH: Du hast Großes vor? Das ist lobenswert. Für deine nächste Zielvorgabe aber vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Dein Ziel muss erreichbar bleiben, denn sonst verlierst du den Ansporn. Setze dir deshalb lieber realistische Zwischenziele auf dem Weg zum großen Erfolg.

T – TERMINIERT: Es muss der Punkt kommen, an dem du überprüfst, ob du dein Ziel erreicht hast. Setze dir deshalb eine Deadline in Form eines Enddatums oder eines zeitlichen Rahmens. Wir Menschen bleiben an unseren Zielvorgaben für gewöhnlich nur aktiv dran, wenn wir sie befristen.

Warum kann die SMART-Formel dein Leben verändern?

Ziele setzen wir uns alle. Besonders beliebt für Jedermann ist der Jahreswechsel. “Ab morgen rauche ich nicht mehr.” “Ich verzichte ab jetzt auf Süßigkeiten.” “Ab sofort jogge ich.” “Ab Januar kümmere ich mich um meinen neuen Job.” Wie lange dauert es wohl, bis wir unser Vorhaben wieder aufgeben? Unseren Veränderungsprozess abbrechen, obwohl wir uns persönlich oder beruflich verändern möchten?

Hier kommen die Vorteile der SMART Methode ins Spiel:

  • Die Formel gibt dir Struktur und erleichtert dir, dich mit den einzelnen Komponenten zu beschäftigen
  • Du arbeitest wesentlich produktiver an deinen Wünschen
  • Sie ermöglicht dir ein Schritt-für-Schritt Vorgehen
  • Du kannst Teilziele erreichen – und deshalb motiviert bleiben

Mit der SMART Formel Ziele zu setzen, macht deine Vorhaben transparent und messbar. Nicht ohne Grund ist die Methode seit vielen Jahren mehr als erprobt: in Unternehmen, bei Projekten, bei der Kommunikation zwischen Chef und Mitarbeitern. Smarte Ziele zu formulieren, kann nicht falsch sein.

Wie können smarte Ziele konkret das Leben verändern?

Nach der Theorie folgt nun die Praxis. Ich möchte dir anhand einer simplen Überlegung verdeutlichen, wie die SMART Formel eingesetzt werden kann. Wie smarte Ziele konkret das Leben verändern können. Es geht in diesem nun folgenden Beispiel nicht darum, in allen Tiefen Ursachenforschung zu betreiben, wie denn eine Lösung in den kühnsten Träumen aussehen könnte. Nein nein, es soll und muss einfach sein, sonst kommst du nicht weiter, so viel ist schon gleich zu Anfang sicher. Merke: KIP! What? Keep it simple 🙂

So, es geht also jetzt viel mehr darum, so einfach wie möglich anhand dieses nun folgenden Beispiels Schritt für Schritt die Methode zu kapieren, um sie dann im Anschluss auf dein konkretes Thema, auf deine spezielle Veränderung zu transportieren. Also, legen wir los.

Die Ausgangslage:
HEUTE: “Ich fühle mich so unwohl, mopsig, unbeweglich, leicht aus der Puste, irgendwie passen mir meine Sachen nicht mehr so gut.” Usw usw. Da gibt es nun unzählige Anzeichen, die wir alle kennen und die zutiefst menschlich sind, das gleich mal vornweg.

ZIEL: „Ich werde in den nächsten 4 Wochen an 5 Tagen in der Woche 30 Minuten lang spazieren gehen.”

Mit dem Ziel, sich „mehr zu bewegen“ zu wollen, um das, das und das zu erlangen, wird nun ein Ziel mit konkreten Erfolgskriterien definiert. Du stellst dir diese Frage:

FRAGE: Wie kann ich mich gesünder verhalten und ernähren?

Nehmen wir an, du hast sehr viel um die Ohren, treibst wenig Sport, fährst mit dem Auto zur Arbeit, sitzt mindestens 8-9 Stunden mit wenigen Gängen am Tag von A nach B und isst nur unregelmäßig und schon gar nicht gesund. Rein objektiv siehst du das täglich im Spiegel… oops, naja, da musst du doch endlich einmal etwas gegen tun, was du da im Spiegel siehst, richtig?

Schnell wird dir klar, deine Gesundheit und dein Verhalten um deinen Körper dümpeln eher vor sich hin. Du möchtest das ändern, um wieder mehr Lebensfreude, mehr Lebensenergie und ein gutes Lebensgefühl zu erreichen. Dann bringt dich eine schwammige Zielformulierung wie “Mehr Sport mache und die Ernährung ändern” nicht weiter.

Überlegen wir gemeinsam:
Änderungen des Verhaltens generell, aber auch des Gesundheitsverhaltens, sind auch für mich eine große Herausforderung. Wir wissen alle, was wir für ein Endziel haben wollen, aber den Weg dort hin, den wollen wir möglichst abgekürzt erreichen. Merke: Ohne Ziele kein Ziel!

Das Setzen von Zielen ist eine Strategie, die dich dabei unterstützt, bestimmte Verhaltensänderungen einzuleiten. Wie erhöhst du die Chance, die zu erreichen? Jetzt geht es an die Umsetzung.

Eine Zielformulierung könnte also auf die folgende Art entstehen:

SPEZIFISCH
“Ich gehe 30 Minuten an 5 Tagen pro Woche spazieren.”

MESSBAR
“Ich stoppe die Zeit täglich und werte sie wöchentlich aus.”

ATTRAKTIV
“Ich erkenne und spüre mit jedem Spaziergang die positiven Effekte: Eine gut durchblutete Haut, ein rosiges frisches Gesicht, eine gute tiefe Atmung und spüre plötzlich wieder Muskeln, die ich vorher gar nicht mehr kannte.”

REALISTISCH
“Ich suche mir ein realistisches Maß, was ich erfüllen kann. Das hängt von meiner persönlichen Fitness ab, und das passe ich so an, dass das Ziel zwar erreichbar, aber auch nicht zu einfach für mich ist.”

TERMINIERT
“Ich gehe 4 Wochen spazieren, 5 Tage die Woche 30 Minuten.”

FAZIT: Wenn du deine Ziele als SMART-Ziele definierst, ersetzt du das Gefühl von man-müsste-mal, unspezifisch, planlos, wage, unregelmäßig etc durch Klarheit, Konzentration und Motivation. So machst du es dir einfacher, deine Ziele auch wirklich zu erreichen!

Was passiert, wenn ein Kriterium der Formel nicht erfüllt ist?

Manchmal entsteht eine Wechselwirkung zwischen den Kriterien, die die Gewichtung verschieben kann. So muss ein Ziel, um realistisch zu sein, eventuell sehr geringe Anforderungen erfüllen. Das mag es nicht gerade attraktiv machen. Ist ein Vorhaben zu knapp terminiert, ist die Erreichbarkeit weniger realistisch.

Das Zauberwort, das keines ist, heißt in diesem Fall: Abwägung. Was ist dir besonders wichtig? Was hilft am meisten, dein Leben zu verändern? Kannst du dafür bei einem der anderen Kriterien Kompromisse eingehen? Komplett ausschließen solltest du keines der Kriterien von vorne herein. Dann wären deine Ziele nicht mehr SMART, sondern eventuell bloß noch … ART. Wenn sich aber im Laufe der Zeit ergibt, dass eine Facette des Ziels nicht zu erreichen ist, ist das Vorhaben noch lange nicht zum Scheitern verurteilt. Merke: Umleitungen sind erlaubt!

So kannst du dein eigenes Leben mit der SMART-Formel verändern

Wenn du deine einzige Kontrollinstanz bist, ist die SMART Formel für die Formulierung der smarten Ziele noch relativ leicht anzuwenden. Bei der Umsetzung könnte es hier und da ruckeln. Denn wer erinnert dich daran, dein Ziel auch wirklich zu verfolgen? Meine Tipps tun das!

Auf gehts: Hast du Platz an deiner Kühlschranktür? Besorge dir farbige PostIts oder Magnete oder ein farbiges Tesaband. Schreibe dir wie gleich beschrieben Schritt für Schritt auf, was du wann erreichen willst.

  • Visualisiere dein smartes Ziel! Bring es zu Papier, Tafel oder Board und lass es dir dort erscheinen, wo du dich täglich aufhältst: in der Küche, an deinem Arbeitsplatz, wo auch immer.
  • Formuliere dein Ziel in der Ich-Form! Denn DU bist der Ursprung, der Umsetzer, der Kontrolleur. Und das solltest du auch immer wieder sehen.
  • Stelle Verbindlichkeiten her! Bei der Arbeit in einem Team würde hier jedes Mitglied unterschreiben und sich damit verpflichten, an der Zielerreichung mitzuarbeiten. Das kannst du auch allein tun, wenn du dir individuelle Ziele setzt.
  • Erzähle jemandem von deinem Vorhaben. Am besten zwei unabhängigen Personen. Bitte sie, von Zeit zu Zeit nachzufragen, wie es dir geht, wie dein Fortschritt ist, wie du dein Ziel erlangen wirst.

Mein Fazit

Sei dir sicher: Es ist so ein tolles und verdammt gutes, erleichterndes Gefühl, wenn du dein Ziel erreichst, für das du brennst. Und weißt du was – Achtung: Spoiler! – das macht dich auf dem Weg zum Ziel richtig richtig glücklich! 🙂

Wie hast du dein Leben schon verändert? Hast du dabei auf smarte Ziele zurückgegriffen? Nutze gerne die Kommentarfunktion und erzähle uns davon! Was sind deine Learnings hieraus?

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Kategorie: Allgemein

Hallo, ich bin Anja und begleite Menschen als systemischer Business-Coach auf ihrem Weg zu ihrer eigenen beruflichen Veränderung. So finden sie das im Innern, was sie im Außen suchen. Den neuen Job, den sicheren Umgang im beruflichen Kontext, mehr Anerkennung und Freude im Beruf. Dies führt dazu, dass sie wissen, wohin es für sie geht und sich ihr Potenzial entfaltet. Veränderung ist eine Chance, die ich ihnen gern zeige, wenn sie wollen. Lass uns starten.

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